Digitale Nomaden

Digitale Nomaden sind Menschen, die überwiegend oder ausschließlich online arbeiten und daher an keinen Arbeitsort mehr gebunden sind. Dieses Leben hat viele Vorteile und wäre ein Traum für jedermann, wenn nicht die meisten Online-Jobs so grottenschlecht bezahlt werden würden.

Seit wann gibt es digitale Nomaden?

Die Arbeitsweise konnte sich erst in den 2000er Jahren mit der Revolution des Internets für jedermann entwickeln. Der Begriff ist aber sehr viel älter: Schon 1964 erschienen eine Publikation des kanadischen Medienwissenschaftlers Marshall McLuhan unter dem Titel „Understanding Media“, in welcher er vermutete, dass es in einem vollständig elektronischen Zeitalter „nomadische Informationssammler“ geben würde. Ähnlich äußerte sich etwas später der französische Politikberater und Publizist Jacques Attali, der die Entwicklung von „Hypernomaden“ als künftige Elite prophezeite. Der Begriff „digitaler Nomade“ tauchte schließlich erstmals 2008 im Economist auf, die Wortschöpfung wird den Autoren David Manners und Tsugio Makimoto zugeschrieben.

Voraussetzungen für digitale Nomaden

Es gibt die technische Voraussetzung des schnellen Internets, aber auch die finanzielle Voraussetzung von erschwinglichen Online-Tarifen. Seit in der EU im Sommer 2017 das Roaming abgeschafft wurde, ist die Gruppe der digitalen Nomaden nochmals gewachsen. Die Mobilfunktarife sinken ebenfalls permanent, während die Verbindungen immer besser werden. Daher ist zu erwarten, dass dieses Arbeitsmodell immer mehr Anhänger findet. Es gibt nur einen Haken wie schon eingangs erwähnt: Die Aufträge für die digitalen Nomaden, die fast immer Freiberufler sind, werden unterirdisch schlecht bezahlt. Sie arbeiten in der Regel weit unter dem Mindestlohn und daher rund um die Uhr. Das liegt wiederum daran, dass ihre Auftraggeber – auch aufgrund der niedrigen Preise – alles mögliche im Internet ausprobieren, das aber größtenteils kaum funktioniert. Das ist eine Konsequenz der neuen digitalen Arbeitswelt.